20. November 2025

Staging im Neubau und warum leer oft schlechter verkauft

Ein für die SMK-Mitglieder exklusiver Beitrag von unserer Partnerin, Corina Bühler, cbp immoraum AG.

Neubauten vermitteln auf den ersten Blick Ordnung. Klare Linien, neue Materialien, neutrale Farbwelten. Viele Vermarkter gehen deshalb davon aus, dass eine Möblierung nicht nötig sei. Die Räume würden ja von selbst wirken. In der Realität ist das selten so eindeutig.

Leere Räume können Proportionen verzerren. Ohne Bezugspunkte fehlt die Orientierung. Wo beginnt ein Wohnbereich. Wirkt das Schlafzimmer gross genug für ein Doppelbett. Findet der Esstisch im vorgesehenen Bereich wirklich Platz. Selbst erfahrene Interessenten verschätzen sich dabei regelmässig. Dadurch wirken Räume kleiner oder unpraktischer, als sie sind.

Genau hier unterstützt Home Staging im Neubau. Durch eine gezielte Einrichtung werden Raumfunktionen sichtbar und Dimensionen lesbar. Eine leere Wohnung zeigt erst durch klare Zonen, wo gewohnt, gearbeitet oder geschlafen wird. Die Möbel dienen dabei nicht als Dekoration, sondern als Massstab. Sie helfen, Grössenverhältnisse realistisch einzuschätzen.

Auffällig ist zudem, dass viele Neubauwohnungen sehr ähnlich wirken. Offene Wohn-/Essbereiche, weisse Wände, ähnliche Bodenbeläge. Home Staging schafft hier den visuellen Unterschied, der für die Vermarktung wertvoll ist. Das Objekt bleibt im Gedächtnis, statt mit den übrigen Wohnungen zu verschmelzen.

Ein Beispiel aus der Praxis:
In einem Mehrfamilienhaus mit mehreren identischen Einheiten standen verschiedene Wohnungen zum Verkauf. Die leer präsentierten Objekte erhielten vereinzelte Anfragen, blieben aber austauschbar. Eine der Wohnungen wurde komplett eingerichtet. Die Architektur war dieselbe, doch die Rückmeldungen waren deutlich konkreter. Interessenten verstanden die Raumaufteilung auf Anhieb und konnten sich viel leichter vorstellen, wie sich der Alltag in dieser Wohnung anfühlen würde.

Fazit
Neubauten bieten ideale Voraussetzungen für eine präzise Präsentation, wirken leer jedoch abstrakter als erwartet. Eine Einrichtung verändert nicht die Immobilie, sondern die Lesbarkeit der Räume. Genau das kann den Unterschied ausmachen zwischen einem Grundriss auf Papier und einem Zuhause, in dem man sieht, wie man darin leben könnte.